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Von Alwin Altenwald | 29. Juli 2026
Die Nachdenkseiten veröffentlichten diesen befremdlichen Artikel ihres Redakteurs Marcus Klöckner. Rede zum Gelöbnis der Bundeswehr: „… wird es Ihre Pflicht sein, den Befehl zu verweigern“
Wir fragen: Was findet Marcus Klöckner von den Nachdenkseiten an Kermanis Rede so fulminant?! Daß er zweimal Merz vor so einem Auditorium deutlich kritisierte? Ja, sehr gut. Daß er die Befehlsverweigung von den RekrutInnen fordert. Noch besser. Aber alles andere an Kermani zu übersehen und deshalb in Jubel zu verfallen ist völlig fehl am Platze. Wie politisch anspruchslos ist der Verfasser Marcus Klöckner geworden, wenn er Kermani Rußland die Schuld am Ukraine-Krieg zuschieben läßt? Wenn er ihn Adenauer als Antifaschisten und Atlantiker loben läßt (Klöckner ist zu empfehlen, zu Adenauer Texte von Werner Rügemer zu lesen!). Kermani wünscht sich die versammelten RekrutInnen im Krieg gegen Rußland als aufrechte kleine von Stauffenbergs – als Befehlsverweigerer bei entsprechenden Befehlen. Er sagte:„Sollte eine künftige Bundesregierung Sie in einen Krieg führen wollen, der so offenkundig völkerrechtswidrig und auch politisch desaströs ist wie der jüngste Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran, wird es Ihre Pflicht sein, den Befehl zu verweigern“.
Da stellen sich einige Fragen! Warum spricht Kermani von einer zukünftigen Bundesregierung?! Mitglieder der aktuellen Regierung, nicht nur Pistorius, saßen direkt hinter ihm. Hatte er nicht den Mut, diese anzusprechen? Oder meint er eine zukünftige Bundesregierung der AfD? Aber die ist einzige Partei im Bundestag, die nicht für einen Krieg mit Rußland ist.
Der Hoffnung auf eine Befehlsverweigerund der RekrutInnen kann man sich anschließen – es sollten konsequente Befehlsverweigerer sein, wie von Stauffenberg es einer war.
Den Befehl allen Führern verweigernd, die uns in den nächsten Krieg gegen Rußland treiben und daraus die praktischen Konsequenzen ziehend – wie von Stauffenberg. (Siehe den link unten: Menschen, die uns in den Krieg führen?). Kermani, vom Pazifisten zum Aufrüster und Vaterlandsverteidiger mutiert, war von Pistorius bewußt ausgewählt, entspricht er doch dem Bild, daß das Volk beeindrucken soll: Wir müssen aufrüsten, um den Frieden zu bewahren. Denn Rußland hat schon bald die Absicht uns anzugreifen.
Stauffenberg & Co verübten ihr Attentat erst, als der Krieg schon verloren war. Der kommunistische Handwerker Georg Elser verübte seinen Anschlag auf Hitler und die gesamte Nazi-Führung schon vor dem drohenden Weltkrieg, am 8. November 1939. Für den Widerstand aus der Arbeiterbewegung schon seit 1933 gibt es keinen Gedenktag, wie den 20. Juli. Und für Kermani ist der proletarische Widerstand natürlich in seiner Rede nicht erwähnenswert.
Mögen die RekrutInnen bei der Rede von Kermani von seiner Aufforderung, bei entsprechenden Befehlen, Widerstand im Namen der Demokratie zu leisten Gebrauch machen und zwar, daß sie wie Elser diesen Widerstand schon vor dem Beginn des Krieges ausüben. (DW)
Anmerkung:
Ein iranischer Genosse, der den politischen Weg von Kermani verfolgt, schreibt uns: „Der Navid Kermani reiste vor ca. zwei Jahren über mehrere Tage in die Ukraine. Danach betrieb er in einer Reihe Hetze für den Krieg. Dann kam seine kolonialistische Pflicht an die Tagesordnung. Also tengelte er für mehrere Monate durch Afrika. Er ist vom Staat bezahlte Moralinstanz! Als ich zu Beginn die Begeisterung für seine Rede las, war ich schockiert, wie man so einen Mist für gut befinden kann. So ein Text vom NDS. Da bin ich wieder von NDS enttäuscht.“ (K.S.)
von Helene und Ansgar Klein (6.8.2026):
-- das Wichtigste als Video hier: https://www.youtube.com/shorts/mpgLP_k2gfs
-- folgenden Passus aus Kermanis Rede finden wir unpassend: „..., und würden die Ukrainer ihre Freiheit nicht so heroisch verteidigen, stünde womöglich jetzt schon auch unsere eigene Freiheit als Europäer unter Beschuss.“
Dazu auch
- die Analyse von René Zittlau auf forumgeopolitica (3.8.2026): Das Gelöbnis. Den Text habe ich auch mit Hervorhebungen von Pit Främke hier übernommen.
- die Anmerkungen von Doris Pumphrey mit weiteren Kommentaren auf dieser Seite
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