Zum Manova-Artikel „Im Schatten der Brandmauer

Karl Schmidt | 26. April 2026

Der Artikel benennt verdienterweise die leicht zu durchschauende Ausgrenzungsstratgie der Altparteien zur Absicherung ihrer Pfründe und Herrschaft. Dennoch lässt sich der Verfasser Reinhard Faudt dazu verleiten, einige unzulässige Darstellungen von Leitlinien und Zielen der AfD in seinen Text einfließen zu lassen. Diese sind entweder aus eigenen fehlgeleiteten Schlüssen gefolgert oder aus dem Mainstream-Spektrum übernommen und ohne den Wahrheitsgehalt genauer geprüft zu haben. Des weiteren finden sich in diesen Behauptungen Kampfbegriffe (klimafreundliche Energiepolitik, nichtbinäre sexueller Orientierung), die auf eine ideologisch geprägte Grundhaltung des Verfassers schließen lässt, die sich inzwischen als weitgehend akzeptiert sieht und damit Kritiker gerne ins gesellschaftliche Abseits stellt.

Was am Programm und Verlautbarungen von Vertretern der AfD zudem nicht kritisiert wird, ist die weitgehende Zustimmung zu NATO und US-Vasallentum, sowie der Unterstützung des verbrecherischen zionistischen Systems.

So finden sich im Text folgende Zuschreibungen:

Was man stattdessen (in Programm und Wahlkampfslogans) zuhauf findet, sind Forderungen und Ziele, die klar rechtspopulistisch bis rechtsradikal klingen, ...[1]

Natürlich ist die AfD gegen „ungezügelte Migration“, für Remigration von Migranten ohne Aufenthaltstitel, für den Austritt aus der EU — nach britischem Vorbild —, gegen eine klimafreundliche Energiepolitik, für einen Austritt aus der Währungsunion, und sie befürwortet eine konservativ-libertäre Wirtschaftspolitik, die zu Lasten der Arbeitnehmer gehen würde.[2]

... vertritt sie einen eher ethnischen, restriktiven und rückwärtsgewandten Volksbegriff, der sich in der Praxis vor allem gegen Migranten wendet und gegen Menschen mit nichtbinärer sexueller Orientierung.[3]

Tatsächlich handelt es sich um eine rechtspopulistische Partei mit einem rechtsradikalen Flügel, ... [4]

Zu den genannten Textpassagen sind einige Klarstellungen nötig.

  • Wenn ein ehemaliger Informationskreis, genannt der Flügel(4), und einige Forderungen und Ziele(1) rechtsradikal sein sollten, wäre es doch sicher nicht schwer gewesen, dies anhand einiger Beispiele zu belegen.
  • Zur Remigration von Migranten ohne Aufenthaltstitel(2): dieses ist eine sehr verkürzte Darstellung, die das Problem nicht adäquat behandelt. In erster Linie handelt es sich darum, ausreisepflichtige, also abgelehnte Asylbewerber wieder außer Landes zu schaffen, während es sich bei Remigration darum handelt, Nichtintegrierbare oder Straftäter zur Ausreise zu bewegen, indem man es ihnen sehr viel schwerer macht, es sich in Deutschland vor allem im Sozialsystem bequem zu machen und dazu vor allem die sogenannten Pullfaktoren abschafft.
  • Einen Austritt aus der EU(2) befürwortet die AfD meines Wissens nach nur bei Nichtreformierbarkeit, die allerdings für den aufgeklärten Zeitgenossen schon als gesetzt zu gelten hat.
  • Die Unterstellung mit dem ethnischen, restriktiven und rückwärtsgewandten Volksbegriff(3) ist schon ein Griff in die Mottenkiste der wiederholt vorgebrachten Lügen, für die es nicht nur keine Belege gibt, sondern die auch vielfach richtiggestellt wurde, isofern nämlich, als dass es um Staatsangehörigkeit und Integrierbarkeit geht, um gemeinsame Sprache, Kultur und Werte, und nicht um Abstammungsprinzipien, was gemeinhin unter ethnisch verstanden wird. Dennoch war immer klar, dass das Asylrecht grundsätzlich ein Individualrecht ist, das auf Zeit gewährt wird und kein Einwanderungsrecht mit Anspruch auf Integration darstellt, sowie andererseits auch Einwanderung und Integration nur in begrenztem Maß sinnvoll und erfolgversprechend sein kann.